Farbenprächtiger Bewuchs der GrottenwandAn diesem Tag, dem letzten in unserer Meeresbiologischen Woche in Kroatien, wurden wir in die höchst interessante Biologie der Meereshöhlen und Schattenwände eingeführt.
Eine Powerpointpräsentation zeigte uns genauer den spannenden Aufbau und Bewuchs des besonderen Lebensraumes „Meereshöhle“.

Besonders zeichnen sich Meereshöhlen dadurch aus, dass das Licht nicht bis an das hintere Ende dieses Reiches vordringen kann, weiters spielt die Wasserbewegung eine wichtige Rolle. Durch diese wichtigen Faktoren werden die verschiedenen Zonen geprägt.

BootsausfahrtDie erste Region wird von Grünalgen und passiven Suspensionsfressern dominiert, die sowohl das Licht als auch die Strömungen zum Leben brauchen.
In der nächsten Zone trifft man auf Rotalgen, die mit weniger Licht als die Grünalgen auskommen.
Darauf folgt die Region mit den sessilen Tieren wie z. B. Nesseltieren, Hydrozoen, Seepocken, Steindatteln.
In den hintersten Bereich, in den kein Licht mehr vordringen kann, gelangen nur noch vagile Lebewesen wie z. B. Garnelen.

da ist was falsch ...Nach der Besprechung lernten wir den Lebensraum im Rahmen einer Bootsfahrt, bei der wir die Insel Lošinj südlich umfuhren, einen Abstecher nach Ilovik machten und schließlich über Veli Lošinj in Mali Lošinj landeten, kennen. Wir konnten die Fakten bezüglich der Meereshöhle anhand eines Schnorchelganges überprüfen. Die Möglichkeit dies vor Ort zu sehen, war sehr faszinierend und spannend. Wir entdeckten die Grünalgen, Rotalgen, Schwämme, Krustenanemonen und einige vagile Tiere wie z. B. Seeigel, Seesterne aber auch einen Drachenkopf.
Auf der Insel Ilovik machten wir die Mittagspause und am Nachmittag hatten wir noch die Möglichkeit in einem Bereich zwischen zwei kleinen Inseln, die sich durch Sandboden und Seegraswiesen auszeichneten, zu schnorcheln. Frau Mag. Roll fand dabei sogar noch eine Steckmuschel, die streng geschützt ist.

Während dieser Fahrt durchkreuzten wir auch das Delphinschutzgebiet und es bestand die Möglichkeit diese wunderbaren Tiere zu sehen, was leider nicht eintraf. Schließlich besuchten wir noch in Veli Losinj das Delphinschutzprogramm.

Pein Lukas 7a


Skelett von Tursiops truncatus - großer TümmlerDelphine und Losinj Marine Protected Area

Für den letzten Bericht meldet sich das Redaktionsteam zu Wort.
Nach einer langen Bootsfahrt hörten wir in Veli Lošinj einen Vortrag über das Delphinschutzprogramm Blue World. Das Projekt begann 1987. Seit 1999 gibt es ADP das „Adriatisches Delphinprojekt“ in Veli Lošinj. ADP ist eine Organisation von Blue World und CNHM.
Die Fläche des Schutzgebietes beträgt 526 km² und liegt östlich von Cres und Lošinj.
Bei den hier lebenden Delphinen handelt es sich um den Großen Tümmler, dieser wird bis zu 4 Meter groß und 400 kg schwer. Hier werden sie maximal 3,2 Meter groß. Sie sind Luftatmer und Säugetiere.
Ihre Köperform ist aerodynamisch. Sie erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von 40 km/h.
Bestimmte Flossen sind Reste von zurückgebildeten Beinen. In der Evolution sind sie aus Tiere, die früher einmal an Land gelebt hatten, entstanden.

Rippenbogen von Balaenoptera physalus - FinwalDelphine sind Gruppentiere. Eine Gruppe kann aus 2 bis zu 50 Tieren bestehen, hier leben 7 – 8 Tiere zusammen. Die Kinder bleiben 4 bis 5 Jahre bei ihren Müttern. Delphinbabys können nicht schwimmen und müssen das erst lernen. Die Mütter erzeugen für sie Wasserwellen und sie schwimmen auf Grund ihrer Fettschicht. Für Mütter ist das sehr anstrengend und so müssen Babysitter einspringen, wenn die Mütter fressen suchen gehen.

Die Rückenflosse der Delphine ist vergleichbar mit einem Fingerabdruck. Die Einkerbungen und Narben entstehen durch ihr Sozialverhalten. Mit diesem Merkmal arbeitet die Foto-Identifikation, bei der die Tiere fotografiert werden und einen Namen erhalten. Die Tiere
hier wurden so katalogisiert. Derzeit leben ca. 100 bis 120 Tiere hier.

Das Geschlecht der Delphine ist nur an der Bauchseite erkennbar, wogegen das Tier selbst an der Finne erkannt wird. Deshalb ist es oft schwierig das Tier und gleichzeitig das Geschlecht festzustellen.

Delphine verbringen ca. 77% ihrer Tageszeit mit der Suche nach Futter. Dieser Prozentsatz steigt jedoch jährlich, weil es durch die Fischerei immer weniger Fische gibt.

Delphine können sich mit Hilfe von Ultraschall orientieren und benutzten dies zur Jagd und auch zur Kommunikation. Mit ihrem guten Gehörsinn können sie die Richtung der reflektierten Wellen bestimmen.
Sie jagen sehr gerne hinter Fischkuttern, weil dort das Wasser aufgewirbelt wird und außerdem Fische aus dem Netz fallen.

Oft sieht man Delphine springen. Das kann mehrere Gründe haben. Es kann zur besseren Orientierung dienen, aber auch um schneller vor einer Gefahr flüchten zu können. Ebenso dient es der Kommunikation, weil der Laut des Landens auf der Wasseroberfläche kilometerweit hörbar ist. So kann ein Delphin seine Gruppe vor einer Gefahr warnen oder auf eine Futterquelle hinweisen.

Beim Schlafen schwimmen sie an der Wasseroberfläche, um zu atmen. Wobei ein Auge geschlossen und eine Gehirnhälfte ausgeschaltet ist. Um nicht auf das Atmen zu vergessen, bleibt die andere aktiv. Nach ungefähr 3 bis 4 Stunden wechseln sich die Gehirnhälften ab.

Der Bootsverkehr z.B. durch Tourismus schränkt den Bewegungsraum der Tiere ein und stört den Navigationssinn der Tiere durch den Motorenlärm. Die Wasserverschmutzung kann das Immunsystem der Tiere schwächen und ihre Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.
Nachweislich schadet den Tieren der erhöhte Bootsverkehr im Sommer.

Man kann dieses Projekt durch die Übernahme einer Delphinpatenschaft oder über das Öko-Volontariatsprojekt unterstützen. Beim Öko-Volontariatsprojekt können interessierte Personen den Forschungsalltag bei der Arbeit mit den Delphinen miterleben und kennen lernen.

Die Bootsfahrt war der würdige Abschluss für diese sehr interessante, spannende, lustige und informative Woche.

Fuchs Gregor, Holzapfel Rene, Wilhelm Rupert 7a

M.B. 'Grota' Schnorcheln zur Grotte farbenprächtiger Schattenwandbewuchs - Schwämme und Krustenanemonen Schnorcheln und fotografieren


Bootsfahrt Mini-Traktor auf Ilovik


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